Trauer um Jürgen Guttenberger

Ende April verbreitete sich die Nachricht über den Freitod von Jürgen Guttenberger in der Spinnen-Community. Gründe sind Vertrauten bekannt und doch bleibt die Frage, warum er keine andere Lösung sah. Noch am Tag seines Todes fügte er Daten in den Atlas der Spinnentiere ein; 3.682 Nachweise hat er insgesamt veröffentlicht.

Er hatte immer eine gewisse Ehrfurcht vor dem Wissenschaftlichen und war ein begnadeter Bastler und Tüftler, der stets bemüht war, die fotografischen Ergebnisse beim Fotografieren von Spinnen und ihren winzigen Genitalien, die Ergebnisse zu optimieren. Vor Jahren faszinierte er mich, als er schilderte, er habe erstmal einen Winkel geschweißt oder in einem anderen Zusammenhang ein Mikroskop durchsägte. Mit Jürgen verliert die Welt der Arachnologen einen versierten Menschen. Es macht mich tief traurig, dass ich ihn auf dem letzten Arachnologen-Treffen in Basel (2019) nur kurz sah und wir nie zusammen eine Exkursion durchführen konnten und dies für alle Ewigkeit unmöglich bleibt. Mit seinem Tod geht eine unermessliche Fülle an Kentnissen und Fähigkeiten für immer verloren.

Das letzte Foto, das er am 28.03.2021 dem Wiki der Spinnentiere hinzugefügt hatte:
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zeigt den männlichen Pedipalpus des Großen Rindenflachstreckers (Philodromus margaritatus) als Trockenaufnahme. Er hatte zuletzt mit Trockenaufnahmen experimentiert.

Jürgen hinterlässt seine Ehefrau und zwei Jungs im Teenie-Alter.