Erster Nachweis einer klimatisch bedingten Einwanderung: Bleichfleck-Sackspinne (Porrhoclubiona leucaspis)

In der Regel ist die klimatisch bedingte Einwanderung von Spinnen nicht zweifelsfrei nachweisbar. Im Fall der Bleichfleck-Sackspinne (Porrhoclubiona leucaspis) liegt der Fall allerdings anders. Diese kam in Deutschland bis vor wenigen Jahren ausschließlich in den beiden Wärmehotspots Deutschlands vor, nämlich südlich von Berlin und im Umfeld des Kaiserstuhls in Baden-Württemberg.

Es ist daher nicht wahrscheinlich, dass diese Art in allen anderen Bundesländern Deutschlands nur übersehen worden war; das bedeutet, sie kam dort definitiv nicht vor.

Grafik: Verbreitung

Verbreitung von Porrhoclubiona leucaspis. Quelle: Atlas der Arachnologischen Gesellschaft e.V.

Am 24.5.2017 gelang mir der Nachweis eines adulten Männchens dieser baumbewohnenden Art ausgerechnet am Rand einer Feuchtwiese im neuen Naturschutzgebiet „Hakendorfer Wälder“ bei Klein Zecher ganz im Osten Herzogtum-Lauenburgs.

Mit diesem Nachweis ist eine klimatisch bedingte Einwanderung thermophiler Spinnenarten erstmals bewiesen.

Literatur

  • Lemke (2018): Erstnachweise von Spinnen und Weberknechten (Arachnida: Araneae, Opiliones) für Schleswig-Holstein seit 2010 mit Hinweisen zum Gefährdungsstatus. Arachnologische Mitteilungen, Heft 55 (1) (PDF)

Taxonomische Anmerkung

Die Art wurde erst kürzlich von Clubiona leucaspis in Porrhoclubiona leucaspis umbenannt. In der genannten Publikation steht sie noch mit ihrem alten Taxon.